Geschichte Apfelwein

Traditions-Kelterei Roth

Apfelwein, ein glücklicher Zufall

Apfelwein ist ein Fruchtwein, der ohne Zugabe von Wasser und Zucker aus mehreren Apfelsorten gekeltert und vergoren wird. Wie "naturtrüb" er letztlich ist, hängt davon ab, wie viele Klärstoffe sich durch die Zugabe saurer Früchte bilden. Geläufig ist Apfelwein im hessischen Volksmund auch als Äppelwoi, Äppler oder Stöffche. Gleich nach dem Pressen der frischen Äpfel entsteht alkoholfreier "Süßer". Lässt man diesen einige Tage stehen, wird er zu "Rauscher", das bedeutet es bildet sich langsam Alkohol. Schließlich entsteht der Apfelwein.


Schon die Griechen und Römer tranken Apfelwein. Dass er zum hessischen Traditionsgetränk wurde, scheint Zufall. Eine Kälteperiode und Schädlingsbefall beendeten den Weinanbau im 16. Jahrhundert in der Region um Frankfurt. Schon damals war Apfelwein bekannt, aber vor allem als Weinersatz für die breite Masse.


Die erste Schankerlaubnis für das Stöffche wurde in Frankfurt 1754 erteilt. Wer eine besaß, der hängte einen Fichtenkranz mit einem Apfel in der Mitte vor seine Wirtschaft. Auch heute gilt noch, "Wo's Kränzche hängt wird ausgeschenkt".


Apfelwein gibt es pur oder süß und sauer gespritzt. Wahlweise mit einem Schuss Mineralwasser oder Limo. Im Winter wird eine heiße Variante mit Zimt und Nelken bevorzugt. Die den Körper sowohl von innen als auch von außen erwärmt.